Bett+Bike-Klassifizierung: Qualitätssiegel für radfreundliche Unterkünfte
Radfahren liegt im Trend – sei es als umweltfreundliche Alternative zum Auto, als Sport oder als entspannte Urlaubsform. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, weiß: Die Wahl der Unterkunft spielt eine entscheidende Rolle. Umso wichtiger ist es, dass sich Radreisende auf bestimmte Standards verlassen können. Genau hier setzt die Bett+Bike-Klassifizierung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) an. Sie zeichnet Unterkünfte aus, die sich besonders fahrradfreundlich aufgestellt haben. Doch wie genau läuft so eine Klassifizierung eigentlich ab? Unsere Kollegin Jessica, zertifizierte Bett+Bike-Klassifiziererin, hat uns bei einer ihrer Klassifizierungen über die Schulter schauen lassen und heute lassen wir euch daran teilhaben:
Der Weg zur Bett+Bike-Klassifizierung – Schritt für Schritt
Alles beginnt mit einer Information vom zuständigen Regionalmanagement: Jessica erhält darüber die Mitteilung, dass eine neue Klassifizierung oder eine Folgeklassifizierung ansteht. Dabei wird auch direkt klar, um welche Art von Betrieb es sich handelt – denn bei Bett+Bike gibt es vier Kategorien: Campingplätze, Ferienwohnungen, Sportstätten und Gastbetriebe.
Anschließend wird mit dem Gastgeber Kontakt aufgenommen und es wird ein persönlicher Termin vereinbart.
Die Vorbereitungen beginnen jedoch schon vor dem eigentlichen Treffen: Auf der Website der Unterkunft prüft sie, ob das Bett+Bike-Logo sichtbar eingebunden ist – ein erster Hinweis darauf, wie präsent das Thema Radfreundlichkeit für den Betrieb ist. Außerdem achtet sie darauf, ob Gäste auf der Website gezielt zur Anreise mit dem Fahrrad ermutigt werden. Auch ein Blick auf die Bett+Bike-Plattform gehört zur Vorbereitung: Werden dort mindestens fünf aussagekräftige Fotos der Unterkunft angezeigt? Sollten weniger als 5 Fotos ausgespielt werden, so ermutigt sie den Gastgeber, dies nachzurüsten, um potenziellen Gästen mehr Einblicke zu gewähren.
Am Tag des Termins macht sich unsere Klassifiziererin ein erstes Bild vor Ort: Ist das Bett+Bike-Schild sichtbar angebracht? In welchem Zustand befindet es sich? Der erste Eindruck zählt – nicht nur für die Klassifizierung sondern sicherlich auch für anreisende Gäste!
Nach der Begrüßung sucht sie sich mit dem Gastgeber eine ruhige Ecke und geht strukturiert alle relevanten Mindestkriterien durch. Hier sind einige Beispiele:
Zusätzlich wird überprüft, ob mindestens drei zusätzliche Serviceangebote angeboten werden. Diese sind abhängig von der jeweiligen Unterkunftskategorie.
Beispiele hierfür wären zum Beispiel:
- Stellt der Gastgeber Informationen zu einer umweltfreundlichen Anreise/Abreise zur Verfügung? (Informationen und Fahrpläne zum ÖPNV)
- Wird ein vollwertiges Frühstück angeboten?
- Gibt es einen Hol- und Bringdienst?
- Werden Leih- oder Mieträder angeboten?
- Gibt es Angebote zu geführten Tagestouren? (selbst durchgeführt oder auch von Dritten angeboten)
Im Anschluss an den Papierkram folgt eine kurze Begehung der Unterkunft, bei der alle fahrradrelevanten Orte gemeinsam begutachtet werden. Jessica schaut sich unter anderem die Fahrradabstellmöglichkeiten, Trockenräume, das ausgelegte Informationsmaterial sowie das Fahrradreparaturset an.
Sind alle Kriterien erfüllt und eventuelle Rückfragen geklärt, schließt Jessica die Klassifizierung digital im System ab. Die Ergebnisse werden an das Regionalmanagement weitergeleitet, das die weitere Kommunikation übernimmt – etwa die Ausstellung der Plakette oder die Aktualisierung der Einträge auf der Bett+Bike-Plattform.
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